Sara, 10 Jahre

Der Flüchtlingsalltag in der HEAE Babenhausen aus Sicht der 10 jährigen Sara

Unter den Flüchtlingen der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Babenhausen befinden sich viele Familien, die rund 80% der Bewohner ausmachen. Ein großer Teil der Bewohner der Einrichtung stammt aus Syrien. Seit mehreren Jahren wird Syrien von einem Bürgerkrieg erschüttert, welcher die Menschen letztendlich zur Flucht zwang. Obwohl täglich erschütternde Bilder in den Medien zu sehen sind, ist es nur schwer vorstellbar, welche Schicksale die Geflüchteten tatsächlich erlebt haben.

Sara, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien ist seit November in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Babenhausen untergebracht und wartet gemeinsam mit ihren Geschwistern und Eltern auf den Beginn eines Neuanfangs in Deutschland. Sara und ihre Familie stammen aus Aleppo, der zweit größte Stadt Syriens. Im Zuge des Bürgerkriegs in Syrien ist die Stadt Aleppo seit Sommer 2012 umkämpft, weite Teile der Stadt sind zerstört und der größte Teil der Bevölkerung ist geflüchtet.
Gemeinsam mit vielen anderen Kindern nutzt die kleine Sara das tägliche Angebot der Kinderbetreuung, welches von den Betreuern des ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) geleitet wird. Die Kinderbetreuung findet täglich statt und bietet den Kindern u.a. die Möglichkeit des Freispiels und der Deutschförderung. Ein wenig schüchtern und fest die Hand des Vaters haltend, berichtet sie über die letzten Monate ihres Lebens und insbesondere über ihre Ankunft und ihre derzeitige Situation in der HEAE in Babenhausen.
Nachdem das Zuhause der Familie durch die Anschläge zerstört wurde, entschied sich die Familie, hauptsächlich aus Angst um ihre Kinder, nach Deutschland zu fliehen. Mittlerweile befinden sich Sara und ihre Familie seit Ende November in der Einrichtung, sehnsüchtig warten sie auf die Nachricht, hier in Deutschland ihr neues Leben beginnen zu können. Sara freut sich insbesondere auf die Schule und ist gespannt auf ihre neuen Klassenkameraden, für die sie schon seit langem fleißig Deutsch lernt. Zudem freut sie sich auf den Kontakt mit Gleichaltrigen und hofft, ganz bald neue Freundinnen zu finden.
Gleichzeitig blickt die Zehnjährige etwas betrübt auf ihre Zeit mit der ganzen Familie in Syrien zurück. Sie vermisst ihre Großeltern und die gemeinsamen Zeiten vor dem Krieg. Für die verbleibenden Menschen, die wie ihre Großeltern noch in Syrien leben, sehnt sich Sara ein baldiges Ende des Krieges herbei.
Neben Sara ist ihre ganze Familie über die freundlichen Begegnungen mit den Bürgern aus Babenhausen sehr dankbar. Das Vertrauen und die Unterstützung, dass der Familie in den letzten Monaten entgegengebracht wurde, würden sie gerne zurückgeben. Auf diesem Wege übermittelt die kleine Sara, sowie alle anderen Bewohner und die Mitarbeiter des ASB, an alle Babenhäuser ein ganz großes „DANKE“.

Das Gespräch mit Sara führten Michaela Blank und Julia Tina Vogel von der HEAE Babenhausen